Neue Projekte

Niffler

Meine neueste verrückte Idee. Ich bin gerade dabei mir ein Niffler Cosplay zu basteln. Wie Du vielleicht schon entdeckt hast, bin ich nicht der Typ für Prinzessinnen-Rüschenkleid Kostüme. Ich mache lieber etwas Ausgefallenes, was nicht jede Zweite cosplayed. Klar hat Sword Art Onlines Asuna ein hammergeiles Kampf-Outfight, aber als Asuna Nr. 23 auf der Con herumzulaufen ist nicht sonderlich spannend, finde ich. Zumal ich mich mit meiner Figur auch nicht unbedingt wohlfühlen würde in dem Cosplay. Mit einem ausgefallenen Cosplay kommt man auf der Con auch viel eher mit anderen ins Gespräch. Und mal ehrlich, es streichelt die Seele natürlich auch, wenn man immer wieder für ein Foto angesprochen wird!

Als ich J. K. Rowlings neuestes Machwerk im Kino gesehen habe, hat es mir der Niffler sofort angetan. Er ist so unglaublich süß! Ich kann mir ja auch nie etwas Einfaches aussuchen, aber anscheinend brauche ich die Herausforderung. Dieses Mal hatte ich nicht die geringste Ahnung wie und woraus ich denn bitte den Schnabel mache und auch ein Schnittmuster für dieses Schnabeltier/Maulwurf-artige Wesen lag definitiv nicht bei mir herum. Nach meinen positiven Erfahrungen mit meinem Babygroot, wollte ich auf jeden Fall das Gesicht des Nifflers oberhalb von meinem eigenen anbringen und mein eigenes Gesicht freilassen zum gucken und auch mal um was zu trinken. Es lag also nah, den Schnabel wie bei einem Baseball-Cap anzubringen. Ein Cap umzubauen macht bei der Form des Schnabels wenig Sinn, dachte ich mir gleich. Dazu kam immer noch die große Frage aus welchem Material ich das denn nun bauen sollte. Ich gebe zu, mit Worbla und ähnlichen Cosplay Baustoffen habe ich gar keine Erfahrung. Ich habe zwar einen Con-Workshop zum Thema besucht, aber deshalb will ich mich nicht umbedingt an dem teuren Zeug ausprobieren, wenn ich vielleicht auch eine eigene, billigere Lösung finde. Nach langem hin- und herüberlegen, wurde es das Billigste, was so geht.

Pappe heißt das Lösungswort! Klingt erstmal zu weich, zu schlecht formbar und auch sonst nicht ideal, aber zumindest ist Pappe leicht und wenn man sie aus den Margerine Kartons (die liegen da meistes als saugfähige Zwischenlage) eines Discounters mitnimmt auch noch umsonst. Da kann man kostenfrei mit herumexperimentieren. Als Erstes habe ich dann ein Stück angefeuchtet, womit die Pappe gleich mal viel leichter zu formen ist, und dieses an meine Stirn bzw meine vordere Kopfform angepaßt. Damit das Ganze schnell und leicht in Form bleibt alles mit dem Tacker zusammenhalten. Als nächstes habe ich dann einen oberen und einen unteren Schnabel gebogen, die beiden ineinander gepaßt und mit einer Mischung aus Tacker und Bastelkleber mit dem Kopfteil verbunden. Sowohl zum Schädel hin als auch zum Ende des Schnabels biegt sich die Form des Schnabels jeweils nach oben. Das waren also zwei extra Teile die ich noch auf die Grundform aufbauen mußte. Als alle Pappteile vertackert und verklebt waren, hatte ich natürlich potthässliche Rillen und schreckliche Übergänge, die so nicht bleiben konnten. Klar, das muß man mit irgendwas ausfüllen, und auch das Schnabelende mit den Nasenlöchern mußte noch ausmodeliert werden, aber womit? Die meisten Modelliermassen sind auch nach dem Aushärten noch ziemlich schwer. Wie auf dem Foto unschwer zu erkennen ist die Lösung in diesem Fall Holzspachtel! Der verbindet sich problemlos mit der Pappe und haftet einwandfrei. Ich konnte die Lücken füllen, die 'Nase' besser ausarbeiten und bekam auch noch eine bessere Oberflächenstruktur als die Pappe bot. Die ausgearbeiteten Teile dabei immer mit ein wenig Wasser nachglätten, dann sieht die Oberfläche glatter aus und das Material läßt sich auch leichter bearbeiten. Nach dem Austrocknen über Nacht war das aufgebrachte Material auch um einiges leichter geworden, da ein hoher Anteil Wasser in der Spachtelmasse enthalten ist. Das Ganze erinnert sehr stark an Gips, härtet eben auch Weiß aus, was das Anmalen auch unheimlich erleichtert. Das geschah mit Acryl-Farbe, die sich dafür super eignet. Man kann sie individuell zusammenmischen und bei Bedarf auch verdünnen. Um den fertigen Schnabel vor Regen zu schützen und ihn auch allgemein noch einmal zu verstärken, kamen als Letztes noch zwei gute Schichten seidenmatter Klarlack drauf. Den sollte man nur draußen verwenden und auch über Nacht austrocknen lassen.

Jetzt, wo der Schnabel fertig ist, bastele ich am Schnittmuster. Kapuzenshirt klingt natürlich super und einfach, hätte ich natürlich auch ein Schnittmuster für, aber der Niffler hat keinen richtigen Hals. Der Kopf geht eher fließend in die Schultern über, wie bei einem Maulwurf auch. Ein langes Stück Schaumgummi um den Hals drapiert und unter den Achseln befestigt, sorgt schonmal dafür, daß ich auch keinen Hals mehr habe, nun muß ich nur noch ein Schnittmuster basteln, das zu dieser Körperform paßt. Wünsch mir Glück! Ich berichte weiter.

T-Shirt Kleid

Was macht man mit einem T-Shirt, das man total mag, das aber eigentlich nicht so richtig paßt? Richtig, man macht ein Sommerkleid daraus!

Ich bin ein tierischer Merchandise-Fan. Ich stehe auf T-Shirts mit meinen Lieblingscharas. Gerade im Anime Bereich ist es aber oft so, daß die Shirts nur bis Größe L gehen und wenn dann mal XL dabei ist, dann ist es Asiatisches XL, was auch gerne etwas eng um die Hüften ist. Trotzdem konnte ich einfach nicht widerstehen, als ich dieses Trafalgar Law Shirt sah. Ja, ich passe rein, aber hübsch ist was anderes. Das ist leider nicht das erste Mal, daß mir so etwas passiert. Schon vor langer Zeit habe ich angefangen mir Gedanken zu machen, wie ich die Motive anderweitig verwenden kann. Ein paar davon habe ich ausgeschnitten und auf Kapuzensweatshirts genäht. Was man dabei beachten muß, T-shirts bestehen aus Jersey und Jersey ist elastisch. Die Sweatshirts sind nicht ganz so stretchig, was die Sache etwas einfacher macht. Wenn man T-Shirt Motive auf festen Stoff aufnähen will, kann man auf die Unterseite des Motives Bügelvlies auftragen, dadurch wird dem Stoff die Elastizität genommen und das Aufnähen auf das neue Kleidungsstück stark erleichtert. Will man das Motiv allerdigns auf einen ebenfalls elastischen Stoff übertragen, kann ich von dieser Methode nur abraten. Die Stelle wo das Lotiv sich befindet ist fest und unnachgiebig, was im Vergleich zum Shirt dann komisch aussieht und unter Umständen auch das Shirt verzieht, wenn man es trägt. Um es sich ein wenig zu Erleichtern, gebe ich hier den Tip das Motiv einmal mit einem geraden Stich knapp entlang der Schnittkante zu umnähen. Das gibt dem Stoff mehr Stabilität und er verzieht sich nicht ganz so arg beim Nähen. Denke aber daran immer eine Jersey Nadel in die Nähmaschine einzuspannen, wenn Du mit Stretchstoffen arbeitest. Das macht Arbeit, ich weiß, es hat aber seinen Sinn und erleichtert die Verarbeitung ungemein.

Einfach nur das Motiv auf ein anderes, größeres Shirt zu übertragen wäre ja zu langweilig. Also dachte ich mir als Erstes, ich peppe das Motiv noch etwas auf. Mit ein paar Perlen und Pailleten (die kriegt man wirklich günstig bei Tedi zB.) entschied ich mich einige, wenige Details des Motivs hervorzuheben. Ich finde nicht, daß alles blinken und glitzern muß, aber ein paar kleine Details die aus dem Bild stechen und im Licht reflektieren sind schon cool. Passend zu den Farben des Shirts habe ich blaue Perlen für die Kreuze, silberne Perlen für Choppers Mütze und silberne Pailletten zusammen mit den blauen Perlen für die Parierstange gewählt.

Der Schnitt für das Kleid ist denkbar einfach. Ich habe ihn von einem bequemen Trägerkleidchen, das ich im Moment gerne trage übernommen. Für den heißen Sommer dieses Jahr ist er aber genau richtig. Das Möbelhaus Roller hatte gerade seine Jersey Stoffe im Angebot. 8 € der Meter ist okay für Jersey. Häufig liegen die Preise höher. Aber Möbelhäuser sind ein guter Tip um günstig Stoffe zu finden. Natürlich ist die Auswahl an Bekleidungsstoffen dort eingeschränkt, aber einen Versuch ist es immer wert. Tedox zB. hat auch Jersey Stoffe für 6 €, das ist die Hälfte von dem was die meisten Stofhändler aufrufen. Jedenfalls habe ich diesen Jersey in einem sommerlichen, verspielten Paisleymuster dort entdeckt, der auch noch sehr ähnliche Farben zu meinem T-Shirt Motiv aufweist. Also war er natürlich gleich gekauft. Da ich das Schnittmuster zu diesem Zeitpunkt noch nicht gemacht hatte, mußte ich die benötigte Stoffmenge schätzen. Es wurden 2 Meter.

Schnell wurde klar, daß ich genug Stoff für ein zweites Projekt hatte. Zwar nicht genug für ein Kleid, aber ein weites Oberteil war definitiv noch drin. Also das nächste Shirt ausgesucht, daß ein wenig zu eng ist. Die Entscheidung fiel für ein Hobbit Shirt von Primark. Die haben tolle Merchandise Sachen, aber eben auch häufig ein wenig schmal. Das Blau, fand ich, paßt auch ganz gut zu dem Paisleystoff. Nochmal mit Perlen aufnähen wollte ich aber nicht anfangen. Da ich aber noch ein ein paar Aufbügel-Steinchen hatte, dachte ich, ich versuch das mal damit.

Die Steinchen gibt es in verschiedenen Größen und Farben. Wieder entschied ich mich dafür nur Highlights zu setzen. Wobei ich hier tatsächlich den Schriftzug des Hobbit komplett hervorgehoben habe. Da aber die Steine sehr klein und farblich passend sind, ist es nicht zu überladen.

Vor dem Aufbügeln sollte man die losen Steinchen mit einer festen Klebefolie fixieren die hohe Temperaturen aushält. In meinem Fall war diese gleich beim Set dabei.

Einfache Motive kann man so recht schnell und vergleichsweise einfach pimpen und zum Blickfang machen.

Damit das Kleid, was ja mein eigentliches Projekt war auch wirklich gut wird, entschied ich mich das Shirt zuerst fertig zu machen.

Ich bin im Besitz einer Overlock-Nähmaschine, die ich jedem, der auch nur hobbymäßig viel näht wärmstens ans Herz legen kann. Die sehen erstmal umständlich aus mit ihren vier Garnspulen, aber sie sind eine unglaubliche Arbeitserleichterung. Gerade beim arbeiten mit Jersey sind die super. Die Overlock schneidet einen sauberen Rand und umnäht diesen sofort so daß er nicht ausfusseln kann. Klar, bei Jersey ist das eh kein Problem, aber ein sauberer, ordentlicher Saum ist (fast) immer wünschenswert. Das Tolle hier ist, daß die Overlock Differentialtransport hat. Das heißt, daß man sie so einstellen kann, dass sie den Stoff besser nachschiebt, damit der Stretchstoff eben nicht stretcht und es somit auch keinen welligen Saum gibt. 

Ich wollte ein leichtes, luftiges Shirt, aber meine Oberarme sind nicht ganz so schön anzusehen. Also sind Tanktops und Trägershirts nicht ganz so perfekt. Hier kommt dann der zweite Vorteil des Differentialtransports ins Spiel. Man kann Stoff nicht nur leicht stretchen, sondern ihn auch raffen. So schnell hat man noch nie Rüschen gemacht, wie mit der Overlock. Ein wenig von dem Reststoff habe ich also gerüscht und dann mit einem Ziergummiband noch mehr gerafft. Und schon hatte ich süße Rüschenärmelchen, die genau auf der Problemzone hängen.

Alles was ich am Shirt ausprobiert hatte, habe ich dann nur noch auf mein Kleid übertragen müssen und so sieht es nun aus. Es ist leicht, weit und mein Trafalgar Law ist gerettet und wird nun sicher öfter zur Schau getragen.

Das Ganze hat mich einen Abend (Perlen aufnähen kann man ganz gut neben dem Fernsehen) und einen gemächlichen Sonntag gekostet. Wenn man sich ranhält und einen Plan hat, dann geht sowas auch an einem Tag.